Beim sogenannten Caller-ID-Spoofing wird die übermittelte Absenderrufnummer gezielt manipuliert. Was im privaten Bereich oft als Spam oder unerwünschter Anruf beginnt, kann für Unternehmen zum Ausgangspunkt für Social Engineering, CEO-Fraud und unberechtigte Informationsweitergabe werden.
Was ist Caller-ID-Spoofing?
Bei einem Telefonanruf wird dem Empfänger normalerweise die Rufnummer des Anrufers angezeigt. Auf diese Anzeige allein sollte man sich jedoch nicht als Identitätsnachweis verlassen.
Beim Caller-ID-Spoofing wird die übermittelte Rufnummer so manipuliert, dass auf dem Display eine andere Nummer erscheint. Dadurch kann beispielsweise der Eindruck entstehen, der Anruf komme von einem bekannten Unternehmen, Geschäftspartner oder einer vertrauten Person.
Warum ist das für Unternehmen relevant?
Ein erfolgreicher Angriff muss nicht mit einem technischen Einbruch in ein IT-System beginnen. Angreifer können versuchen, Mitarbeiter telefonisch dazu zu bewegen, vertrauliche Informationen preiszugeben oder bestimmte Handlungen auszuführen.
Besonders problematisch wird es, wenn einer angezeigten Rufnummer automatisch Vertrauen entgegengebracht wird. Eine bekannte Nummer auf dem Display ist kein ausreichender Beweis dafür, dass tatsächlich die erwartete Person anruft.
Telefonie ist heute Teil der IT-Infrastruktur
Moderne Unternehmenskommunikation besteht häufig aus mehreren miteinander verbundenen Komponenten. Dazu können IP-Telefone, Telefonanlagen (PBX), Session Border Controller (SBC), Netzwerkkomponenten und Cloud-Dienste gehören.
Zusätzlich können Telefonie- und IT-Systeme miteinander verknüpft sein. Anruferinformationen können beispielsweise zur Zuordnung von Kontakten oder für weitere Kommunikationsabläufe verwendet werden.
Ein IP-Telefon am Arbeitsplatz und die Telefonanlage eines Unternehmens sind keine isolierten Geräte. Sie sind aktive Bestandteile der IT- und Kommunikationsinfrastruktur und sollten entsprechend berücksichtigt werden.
Technik allein verhindert Social Engineering nicht
Technische Schutzmaßnahmen sind wichtig, können aber nicht jede Form der Täuschung verhindern. Deshalb gehört auch der bewusste Umgang mit ungewöhnlichen oder unerwarteten Telefonanrufen zu einem sinnvollen Sicherheitskonzept.
Insbesondere bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen, Zugangsdaten, vertraulichen Informationen oder anderen sicherheitsrelevanten Vorgängen sollte die Identität des Gesprächspartners über einen unabhängigen Weg überprüft werden.
Statt beispielsweise ausschließlich der angezeigten Rufnummer zu vertrauen, kann ein Rückruf über eine bereits bekannte und verifizierte Telefonnummer sinnvoll sein.
IT-Sicherheit als Gesamtkonzept
Caller-ID-Spoofing zeigt, dass IT-Sicherheit nicht an der klassischen Firewall endet. Endgeräte, Netzwerke, Kommunikationssysteme, Datensicherung und organisatorische Abläufe müssen gemeinsam betrachtet werden.
DLC-Spickendorf unterstützt Unternehmen bei der Planung, Betreuung und Weiterentwicklung ihrer IT-Infrastruktur sowie bei Monitoring und Datensicherung.
Fragen zur IT-Sicherheit?
Sie möchten Ihre bestehende IT-Infrastruktur überprüfen oder technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen besprechen? Kontaktieren Sie DLC-Spickendorf.